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Alessandra Eramo
TRACING SOUTH

  • Alessandra Eramovoice, electronics, field recordings, theremin, harmonica

Officially out 27 April 2019 — Pre-order now!

Alessandra Eramo’s new solo album Tracing South is a sonic enchantment through the use of extended vocal techniques, analog electronics and her hypnotic field recording of bagpipe (zampogna) during the Carnival rites in Southern Italy.

She shapes mouth noises, breath, whispers, her invented languages, fragmented words, the sound of old tape recorders, handmade theremin and synth, and she creates a sound poetry composition that seems to evolve into a shamanic trance music. Polyphonic singing, repetition, dissonance and overtones are tearing the listener out of the comfort zone.

Tracing South is centered on the last three years of her artistic research and concerts in Europe, the Mediterranean region and Chile. Reflecting on the Mediterranean Sea as a human and spiritual dimension, as a crossroad for cultural exchanges and passages of all sorts, but now also as a vast and silent migrant cemetery, Eramo’s work oscillates between the caress of tender melodies and the brutal energy of noise eruptions.

She says ”Like the sound of the sea, repetitive, always different and in constant moving, I’m interested to explore the concepts of Global South and Instability, by tracing a South as a non-geographical condition, an imaginary sonic cosmos, which is open, crude and undefined, giving space to conscious freedom of the listener.”

Alessandra Eramo is best known for her extraordinary and unconventional vocal performance art, with a prolific concert activity in the context of contemporary music, and also having a career as artist with the production of audiovisual works, drawings and installations.

Listen

Format

LP Vinyl + digital download
40:14 min
300 copies
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Credits

  • Recorded 2016-2019 at EMS Elektronmusikstudion Stockholm, Tsonami Arte Sonoro Residency Valparaíso, and in studio in Berlin.
  • Mastered by Kassian Troyer at Dubplates & Mastering Berlin.
  • Design by Wendelin Büchler.
  • Photography by Camille Blake.
  • Thanks to: Raphaël Cuomo, Maria Iorio, Cornelia Lund, Holger Lund, Musikfonds Germany, Goethe Institut Munich, Istituto Italiano di Cultura Stockholm.

Some praise…

“An applaudable collection of pieces from a very strong experimental vocalist.”
— Chain DLK (USA)

“Tracing South bringt Avantgardetechniken verschiedenster Epochen mit einer digitalen, an Glitch geschulten Ästhetik und subtilem Humor bestens zusammen.”
— Groove Magazine (DE)

“Wie geht der A/tem? Wem geht der A/tem? Bei (…) Alessandra Eramo führt die banale Reflektion über das Luftholen in sehr wenigen Schritten zum Tod.”
— Tageszeitung (DE)

“In “Southern Landscape” mit seinem harmonischen Dröhnen und im gebrochenen Kolorit von “Song for the Sun (Carnival Rites)” mit kindlichem Gesang, Dudelsack, Schuhplattler und geselligen Field Recordings kommen diese Folkelemente deutlicher zum Ausdruck und wirken nie wie Zitate, sondern erscheinen stets als integraler Bestandteil dieser Musik. Und lösen sich doch wie eine fragile Illusion im rauschenden Lärm auf.”
— African Paper (DE)

“Questo lavoro, oltre a voler essere una sfida per le orecchie, in maniera (non troppo) astratta vuole anche essere un pugno alle coscienze, da tempo sopite e distratte.”
— Music Map (IT)

“(Eramo) evoziert einen Gegenentwurf zum Bild des Südens als Problemzone, als Scheiße am Schuh des Nordens. Nämlich einen Globalen Süden als Freiraum, der sich, vom Geographischen ins Imaginäre erweitert, so wenig festmachen lässt wie das Meer…”
— Bad Alchemy (DE)

Reviews

Wie geht der A/tem? Wem geht der Atem? Bei der in Berlin lebenden Klang- und Stimmkünstlerin Alessandra Eramo führt die banale Reflexion über das Luftholen in sehr wenigen Schritten zum Tod. „a/tem“, so nennt sie das erste Stück auf ihrem Debütalbum „Tracing South“, rhythmisch gesprochen oder gehaucht, ganz der eigenwilligen Orthografie gehorchend: „Aa-t“, „Aa-t“, „A-hm“, „A-hm“, immer und immer wieder. „I cannot neglect the sea“ heißt der zweite, ebenfalls gesprochene Titel – gefolgt von „mediterranean migrant cemetry“, einer rein instrumentalen Nummer.

„Tracing South“ meint den Süden, aus dem Eramo selbst kommt. Geboren in der Küstenstadt Taranto in Apulien, am Absatz des Stiefels, als den man sich Italien seiner Form wegen gern vorstellt, hat sie sich von diesem Süden in mehreren Etappen stetig nordwärts entfernt. Zunächst über Mailand und Venedig, wo sie studierte, dann weiter über Stuttgart bis nach Berlin. Losgelassen hat sie der Süden nie. Das Mittelmeer, an dem sie aufwuchs, ist auf ihrem Album als Kulturraum gegenwärtig, etwa in den Field Recordings von Dudelsäcken, „zampogna“ genannt, aus Süditalien. An anderer Stelle dienen Eramo langgezogene Mundharmonikatöne als Material für die Klangmalerei einer „southern landscape“. Die kann man dann frei assoziierend selbst bebildern.

Alessandra Eramos Haupt­instrument ist jedoch ihre Stimme. Die setzt sie gern für Collagen aus gesprochenen Monologen ein, lässt gesungene Töne in mikrotonalem Abstand sich aneinander reiben oder verzerrt ihren Gesang so stark, dass er wie eine elektrische Gitarre klingt. Und in „my favourite A train“ gibt sie eine Kostprobe ihrer erweiterten Stimmtechnik, lässt ein Vibrato zum Oberton oder zum Schreien mutieren. Und gibt Laute von sich, die an die Klangspiele von Kindern denken lassen, wenn diese mit den Fingern so an den Lippen zupfen, dass ein konstantes „Bödlödlödlödlödl“ entsteht.

Ganz zum Ende offenbart sich Eramo mit entwaffnend klarem Gesang, tritt ihren Hörern wie nackt entgegen, während sie die Zeile „when i look into your eyes“ wiederholt, immer aufs Neue. Ein Liebeslied? Oder die vermeintlich schutzlose Selbstbehauptung eines Individuums als perfekte Maske?
— Tim Caspar Boehme, taz

 

Η Alessandra Eramo είναι μια ιταλίδα βοκαλίστρια / πειραματίστρια από τον Τάραντα, που τα τελευταία χρόνια κάνει (και) δισκογραφική καριέρα στην βερολινέζικη Corvo Records, έχοντας ηχογραφήσει εκεί διάφορα βινύλια (7ιντσα και LP). Μάλιστα, για ένα απ’ αυτά, το 45άρι “Roars Bangs Booms”, είχαμε γράψει τα σχετικά και στο δισκορυχείον, τον Φλεβάρη του 2015.
Η πιο πρόσφατη κυκλοφορία τής Eramo είναι ένα LP, που αποκαλείται “Tracing South” και που είναι ηχογραφημένο, στο διάστημα 2016-2019 σε στούντιο της Στοκχόλμης, του Βαλπαραΐσο (Χιλή) και του Βερολίνου. Και αυτό εντάσσεται φυσικά στο ίδιο πλαίσιο του φωνητικού πειραματισμού, με την Eramo, πέραν της φωνής, να χειρίζεται και ηλεκτρονικά, θερεμίνη και φυσαρμόνικα, χρησιμοποιώντας και field recordings.
Το άκουσμα είναι οπωσδήποτε εντυπωσιακό. Μπορεί να μην είναι εξ αρχής εύκολο στο αυτί, αλλά διαθέτει πολλά εκπληκτικά στοιχεία στη ροή του, και, κυρίως, την «ικανότητα» να κρατάει ψηλά το ενδιαφέρον καθ’ όλη τη διάρκειά του.
Οι φωνητικοί πειραματισμοί τής Eramo είναι, φυσικά, συνεχείς, καθώς τούτοι αποτυπώνονται με πολλαπλές, προφανώς, εγγραφές, ενώ εκκινούνται αρχικώς από προγλωσσικές εμπειρίες, όπως τη γλώσσα των μωρών, την (επαναληπτική) ηχολαλία κ.λπ., πριν καταλήξουν σε πιο κλασικές ή σύγχρονες δομές (με αναφορές στο παραδοσιακό άσμα, μέσω φωνητικών θραυσμάτων, όπως και στις αυτοσχεδιαστικές πρακτικές, με λαρυγγικό τραγούδισμα και άλλες τεχνικές). Αναφέρομαι, για παράδειγμα, στο “Song for the sun (Carnival rites)” τής δεύτερης πλευράς, που κατορθώνει να συνδυάσει «ζωντανά» οργανικά patterns, με τραγούδι, πείραμα και χρήση επιτόπιων εγγραφών.
Η τυπική για την περίπτωση ή έστω αρχέτυπη ενοργάνωση (με τη θερεμίνη, τη φυσαρμόνικα και τα λοιπά ηλεκτρονικά) προσθέτει στο άκουσμα περαιτέρω υποστήριξη, φέρνοντάς το στην αιχμή του σύγχρονου βοκαλιστικού πειραματισμού (“my favourite A train”).
Για τους θιασώτες της Joan La Barbara, της Shelley Hirsch και της Fátima Miranda.
— ΦΩΝΤΑΣ ΤΡΟΥΣΑΣ/PHONTAS TROUSSAS, ΔΙΣΚΟΡΥΧΕΙΟΝ

 

Alessandra Eramo stammt aus einer der südlichsten Regionen Europas, nämlich aus der Stadt Taranto in der italienischen Provinz Apulien. Irgendwann verschlug es sie in nördlichere Gefilde, zunächst zum Studium nach Venedig und Mailand, später dann nach Stuttgart und Berlin. Der Süden – als geografischer und kultureller Ort, aber auch abstrakte Idee – spielte in der Musik der Vokal- und Klangperformerin jedoch immer eine wichtige Rolle, und so war es fast schon zu erwarten, dass der nach Süden gerichtete Blick und Gefühle von Nähe, Distanz und Bewegung in ihrem ersten Longplayer “Tracing South” eine zentrale Rolle spielen.

Eramo arbeitet stimmlich mit Fragmenten von Fantasiesprachen, Wiederholungen, Syntaxzertrümmerung, der Kombonation italienischer, englischer, spanischer und deutscher Wortgruppen und rein soundorientierten Lauten – all dies vor einem Hintergrund aus analoger Elektronik, den Klängen von Theremin, Mundharmonika, Zampogna und anderem sowie einer Vielzahl gesampleter Alltagsgeräusche. Für ihre Erkundung des mediterranen Europa und des Südens Lateinamerikas steht ihr somit kein klassisches Songrepertoire zur Verfügung. Ihre z.T. abstrakte, z.T. aber auch viel konkreter am Sprachmaterial orientierte Arbeit erlaubt ihr allerdings eine anderenfalls nur schwer zu erreichende Offenheit.

In vielen Stücken klingt die Nähe-Distanz-Relation, der Blick auf den Herkunftsort, der für andere vielleicht ein Sehnsuchtsort ist, auch das Zurückverfolgen der eigenen Spuren in unterschiedlicher Direktheit an: In “I cannot neglect the sea”, das über weite Strecken auf der gedoppelten Repetition des Titels basiert, wird das Erinnern und Vergessen des Ortes direkt angesprochen, kombiniert mit dem Motiv einer diffusen Hoffnung. Diese allerdings wird ausgerechnet von Shakespeares Ophelia ins Spiel gebracht, einer der berühmtesten Ertrinkenden der Literaturgeschichte, die somit gleich die Brücke zum nächsten Track schlägt – ein hektisch verstörender und streckenweise atonaler Abgesang auf das mare nostrum als Massengrab für Migranten. Idealisiert wird die von vielen deutschen Dichtern verklärte “südliche Sphäre” hier keineswegs, auch wenn sich seine Schönheit vielfältig spiegelt im lichtdurchfluteten Neorealismus der elf Tracks.

Der Konnex von Erinnern und Vergessen, Vergangenheit und Zukunft, Nähe und Distanz klingt auch an, wenn im rauschenden Abschluss des mehrsprachigen “Really Very Gut! (Nocturne)”, das den Titel diesmal fast schon mit Tomasini-Pathos wiederholt, Spuren traditioneller Folkgesänge durchscheinen. In “Southern Landscape” mit seinem harmonischen Dröhnen und im gebrochenen Kolorit von “Song for the Sun (Carnival Rites)” mit kindlichem Gesang, Dudelsack, Schuhplattler und geselligen Field Recordings kommen diese Folkelemente deutlicher zum Ausdruck und wirken nie wie Zitate, sondern erscheinen stets als integraler Bestandteil dieser Musik. Und lösen sich doch wie eine fragile Illusion im rauschenden Lärm auf.

Eramo verfügt über eine schöne, aber doch natürlich unmanirierte Stimme, die sie wie einen folkigen Sopran einzusetzen weiß, die sich aber auch vorzüglich für reines Toning eignet – “eher wie ein Instrument”, wie immer wieder gerne gesagt wird. Das Rituell-Beschwörende, das die titelgebene Leere in “Vacío” füllt, das Pfeifen in “Primitive Bird” und die onomatopoetischen Takte und Schnalzlaute in “a/tem” sind herausstechende Momente. Im Albumkontest sind das besondere Markierungen innerhalb eines hochemotionalen Sound- und Wortmosaiks, das auch beim mehrmaligen Hören immer wieder neue Assoziationen sprießen lässt.
— Uwe Schneider, African Paper

 

On “Tracing South”, Berlin-based sound artist Alessendra Eramo focuses very heavily on experiments with her own voice, in a theatrical and not over-processed manner that harks back several decades. Eramo repeats words and phrases, overlapping, looping, and counterpointing both linguistic and a-lingual vocal noises, often as the sole instrument. Around this work is a fairly light smattering of more modern-sounding electronic elements to add occasional extra textures- found sounds, and on rare occasions theremin and harmonica (all played by Eramo herself).

It all works best when it is either at its most playful, tinkering with sonic ideas, or most simple. “Really Very Gut!”, with its over-effusive repetition of the ‘really very’, is bordering on childish, but very likeable, while the more electronics-heavy “My Favourite A Train” is probably both the most accomplished and most unusual piece here, while final piece “When I Look Into Your Eyes” is a purist singer’s showcase.

When it ‘goes serious’ then it is perhaps more of a mixed bag. The juxtaposition of curt grunts with longer vocal drones on “Vacio” is very nicely executed, while the pure vocal performance at the root of “Primitive Bird” is both beautiful and impressive. However at times, such as on “I Cannot Neglect The Sea”, there’s a certain amount of self-indulgence to the introspection, which doesn’t seem to sit as well as it might.

“Song For The Sun (Carnival Rites)” takes a totally different tack, blending together recordings of carnival music and celebration that devolve weirdly into radio white noise for a middle-of-the-album track that sounds like it’s been lifted from a totally different work, but which is intriguing in its own right. An applaudable collection of pieces from a very strong experimental vocalist.
— Stuart Bruce, Chain DLK

 

“Alessandra Eramo bezieht sich in ihren experimentellen Stimmcollagen explizit auf Konzepte der frühen Moderne von Dada und italienischem Futurismus, sowie auf die furios-konfrontativen Performances von Diamanda Galas, die Anfang der Achtziger durchaus im Nahbereich des Mainstream spielte, was heute nicht mehr so leicht nachvollziehbar ist. Tracing South (Corvo) bringt so die Avantgardetechniken verschiedenster Epochen mit einer digitalen, an Glitch geschulten Ästhetik und subtilem Humor bestens zusammen. Die menschliche Stimme ist gleichermaßen das wohl älteste wie das ewig aktuellste, immer neuste Instrument. Und bei Eramo sorgt sie bei allem experimental-avantgardistischen Anspruch zudem noch für gute Laune.
— Frank P. Eckert, Groove Magazine

 

“Tracing south”, appena uscito per Corvo Records, è il nuovo lavoro di Alessandra Eramo, che ancora sperimenta le possibilità meno esplorate della voce. Il suo apporto alla musica contemporanea è anche carico, a modo suo, di attenzione all’attualità, disseminata in un contesto volutamente non confortevole. “A/tem” è una serie di incisioni di ”A”, pronunciate su diverse note prolungate, sospiri e soffi, con delle ”Z” sovrapposte come contrappunto. Le note intonate ricercano le dissonanze. “I cannot neglet the sea” invece contiene frasi pronunciate, con una voce sdoppiata, di cui la seconda leggermente ritardata rispetto alla prima, per ottenere un effetto di eco ostile. Alessandra qui gioca a spostare l’accento di “Ofelia”. La Eramo parla soprattutto in inglese, ripetendo in particolar modo le parole più significative (“long long long long journey”), e il riferimento inizia ad essere sempre meno velato, alla tragedia del Mediterraneo di questi anni. E si fa esplicita in “Mediterranean migrant cemetery”, dove i campionamenti di voci sospirate ricordano le numerose anime sommerse dal mare, mentre un theremin lancia allarmi inascoltati, su fondo elettronico frastagliato, gradualmente sempre più disturbante. La quarta traccia, “Really very gut! (Nocturne)”, vede Alessandra ripetere ossessivamente “Really” e “Very” modulando la voce in maniera estrema, e con un certo tono sardonico, caustico come quello di Sabina Guzzanti in una delle sue maschere acide. Dopo tre minuti di queste due parole, finalmente si arriva alla terza parola, “gut”, che invece di essere “good” (”bene”), vuol dire “interiora”. E da qui, una coda fatta di mare sorregge due voci lamentose sovrapposte, una naturale l’altra distorta. Infine il noise prende il sopravvento. In “Paìs” si ripete l’esperimento con la parola del titolo, storpiata fin dall’inizio in vari modi, come “pis” o “paella”. I fonemi sono affiancati da note prolungate, dando al tutto un sapore marmoreo, funereo. Con “Southern landscape” Alessandra genera elettronicamente un impulso sibilante, esacerbato nei propri armonici. Ma si torna subito nell’universo vocale con “Vacìo”, dove vengono sovrapposte le vocali O A I E U, con tutti gli effetti che si ottengono nel passaggio da una vocale all’altra (i monaci tibetani sanno benissimo di cosa stiamo parlando). Le vocali lunghe sono alternate ad inquietanti colpi di epiglottide, e le vocali stringendosi diventano un pianto al rallentatore, mentre viene freddamente pronunciato il titolo della traccia. “Song for the sun (Carnival Rites)” sembra prendere materiale etnomusicologico, folklore, per deformarlo. Una voce popolare viene compressa, mentre parte una distesa di zampogne e tamburelli, assieme al chiacchiericcio dialettale. Alessandra si riprende lo spazio da protagonista con “Primitive bird”, con la voce da sola e spinta fino ai rimbalzi incontrollati della gola sulle corde vocali. Soffia e modula facendo il fischio con la esse. Gola ed elettronica si incontrano in “My favourite A train”, dove la voce nasale insegue ed imita l’impulso sintetico. Ed infine, questa celebrazione funerea termina con una melodia cantata in tonalità minore, ed in maniera sciamanica: “When I look into your eyes”. Quale sarà il termine di questa frase? Cosa vedrà Alessandra Eramo negli occhi di chi la sta ascoltando? Questo lavoro, oltre a voler essere una sfida per le orecchie, in maniera (non troppo) astratta vuole anche essere un pugno alle coscienze, da tempo sopite e distratte.
— Gilberto Ongaro, Music Map

 

Die in Berlin lebende Vokalistin und Komponistin Alessandra Eramo arbeitete an ihrem neuen Solo-Album Tracing South knappe drei Jahre lang. Teile davon wurden rund um den Globus, in Stockholm, Valparaiso und Berlin aufgenommen. Die erste Nummer a/tem besteht aus verschiedenen geräuschhaften Stimmklängen und Summtönen, die sich zum Ende hin in sachte Zischgeräusche auflösen. Beim darauffolgenden Track i cannot neglect the sea arbeitet sie mit gesprochener Sprache, welche, ähnlich wie zuvor, geschichtet, überlagert und zerlegt wird. Ihre Stimme wird gedoppelt und knapp zeitversetzt abgespielt. Neben derart puren Nummern, die ausschließlich auf Sprach- und Stimmklängen basieren, arbeitet sie bei anderen, wie mediterranean migrant cemetery, zusätzlich noch mit elektronischen Klängen oder auch mit field recordings, wie beim Stück song for the sun (carnival rites). Dieses eröffnet mit der Aufnahme einer verzerrten Gesangsstimme, gefolgt vom Spiel einer folkloristischen Band. Es schließt am Ende mit Feedbacks. Die elf Stücke dieses Albums, die meist an die vier Minuten andauern, gleichen klangpoetischen Miniaturen und überzeugen durch Stringenz und Direktheit sowie durch deren tolle Soundqualität.
— Katrin Hauk, freistil

 

Im Berliner Ausland präsentierte Eramo ihr Solo for Voice and Electronics neben Miman aus dem hohen Norden. Sie dagegen, die selber aus Tarent im Mezzogiorno stammt, evoziert einen Gegenentwurf zum Bild des Südens als Problemzone, als Scheiße am Schuh des Nordens. Nämlich einen Globalen Süden als Freiraum, der sich, vom Geographischen ins Imaginäre erweitert, so wenig festmachen lässt wie das Meer. So wenig wie ihre Zunge dem Logos gehorcht. Ihr ‘a/tem’, ihre glossolale Poetophonie und vokalen Graffiti sind vogelfrei, ein A-Sagen, das mit fauchenden, zischenden Zungen ans harte Ende des Alphabets stößt-t-t. Mit ‘I cannot neglect the sea’ zeigt sie Ophelia als Wasserleiche im ‘Mediterranean migrant cemetery’. This is the south, they kiss the sand. Welche Sprache, which language könnte das verschweigen? Ihre witch language jedenfalls nicht. Pfeifende, heulende Thereminsounds durchsetzt sie mit Flüsterlauten in Kecakstakkato. Very very very really really really werden aneinander gekettet als komische Lautpoesie und mit Singsang und stechendem Elektrogezwitscher für gut! befunden. A piece A peace país by e i eiei a o… folgt als weitere Poesia sonora, durchmessen mit vokalisiertem iiiii. Und gesäumt von der sinuswelligen, mundharmonikabewimmerten Horizontlinie einer ‘Southern landscape’. Eramo vokalisiert Aaa A A A Eeee Oooo E E E Aaaa… und nennt es ‘Vacío’ – Leere, Öde, Vakuum. Für ‘Song for the sun’ verbindet sie ein Marienlied aus Kindermund mit dem karnevalesken Sackpfeifen-Groove von Zampognas. ‘Primitive Bird’ stimmt Eramo dann wieder selber an, von lauthals über entenhauserisch bis zum tonlosen Hauch. Für ‘My favourite A train’ namtchylakt und hvizdalekt sie auf noisigem Fond vokales Stimmbandflattern, quasi jodlerische Zungenschläge, pseudoexotische Theatralik und krächzende oder ululierende Kehllaute.

So dass es nicht wenig überrascht, wenn sie zuletzt ganz ungeschminkt und mit Feeling immer wieder ‘When I look into your eyes’ singt. Wie bei „Here’s looking at you, Kid!“ liegt dazwischen jedoch ein Meer, über das nicht jede Flucht gelingt.
— Rigo Dittmann, Bad Alchemy

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